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energie

30. März 2009

Atomlobby schießt Eigentor

Endlich haben zwei Atomkonzerne zugegeben, was Atomkraftgegner schon lange wissen: Der Ausbau erneuerbarer Energien macht Atomkraftwerke überflüssig. Die beiden Konzerne haben gegenüber der britischen Regierung angekündigt, ihre Pläne für den Neubau von AKW überdenken zu wollen, falls der Gesetzgeber an der Förderung für Erneuerbare festhalte. Sie fürchten, dass ihre Meiler sonst unrentabel werden.

Die Erklärung der deutschen E.on und der französischen Électricité de France (EdF) gegenüber der britischen Regierung liest sich wie eine Presserklärung von Greenpeace: Wenn sich Windräder bei günstigen Bedingungen unter Volllast drehten, werde so viel Strom ins Netz eingespeist, dass die Atommeiler des Landes zeitweise heruntergefahren werden müssten. Sollte das in Zukunft öfter vorkommen, würden die Atomkraftwerke unrentabel, heißt es weiter.

 

Die beiden Stromriesen wollen mit dieser Erklärung erreichen, dass die britische Regierung ihr Ziel, den Anteil erneuerbarer Energien im Stromsektor bis 2020 auf 35 Prozent  zu steigern, aufweicht. Gleichzeitig bestätigten sie damit jedoch die Argumente der Atomkraftgegner. Die vertreten seit langem die Meinung, dass bei einem konsequenten Ausbau der Ökoenergie kein Platz mehr für träge Großkraftwerke ist, die ständig unter Volllast fahren müssen, um wirtschaftlich zu sein.

 

Ein ähnlicher Konflikt steht auch der deutschen Energiewirtschaft am Kraftwerksstandort Brunsbüttel ins Haus: Dort planen verschiedene Investoren Kohlemeiler – in Verbindung mit dem Ausbau der Offshore-Windkraft in der Nordsee entstünde in Brunsbüttel Strom zur Versorgung einer Millionenstadt. Weil der regionale Verbrauch wesentlich geringer ist, müsste der Strom ins Inland transportiert werden, doch dafür reicht die Kapazität der Stromnetze nicht aus.

 

Experten gehen davon aus, dass nicht einmal eine Verdoppelung der Netzkapazitäten die gesamte Energie transportieren könnte, sofern alle Kraftwerkspläne verwirklicht werden. Eine dauerhafte und damit gewinnschmälernde Drosselung der Kohlemeiler wäre die Folge. Denn laut Gesetz hat Ökostrom „Vorrang“, wenn’s in den Netzen eng wird.

 

KURT STUKENBERG

 

Um ihre risikoreichen Meiler bauen zu können, trickst und schummelt die Atomlobby, wo es nur geht: Die 10 dreistesten Lügen lesen Sie im Greenpeace Magazin 5.08. Das Greenpeace Magazin gibt es auch im Abo.




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