Tüfteln für
die Umwelt
Beim Export von Umwelttechnologien ist Deutschland Weltmeister. Kein Wunder, dass so manche
Erfindung, die den Umweltschutz voranbringt, aus deutschen
Forschungslaboren stammt.
Zu den wichtigsten Innovationen
der letzten 20 Jahre zählen:
Greenfreeze-
Kühlschrank
Was die Industrie als nicht machbar darstellte, brachte 1993 eine ungewöhnliche Kooperation von Greenpeace, der sächsischen Firma Foron und dem Dortmunder Hygieneinstitut zustande: den ersten Kühlschrank, dessen Kühlmittel keine klimaschädlichen FCKW oder FKW enthielt. Inzwischen hat sich die Technologie zum Industriestandard entwickelt.
www.greenpeace.de
(Suchwort: greenfreeze)
Grätzel-Zelle
Benannt nach ihrem Konstrukteur, dem Chemiker Michael Grätzel, nutzt die ultradünne Farbstoff-Solarzelle eine
Art künstliche Fotosynthese,
um Sonnenlicht in Strom zu verwandeln. Weil sie sich auf biegsame Folien drucken
lässt, eröffnet sie ganz neue Einsatzgebiete für die Fotovoltaik. Zudem gelang es
dem gebürtigen Dresdner,
den Wirkungsgrad dieser Solarzellen der dritten Generation auf etwa elf Prozent zu steigern. Mehrere Firmen planen, in naher Zukunft mit der Großproduktion zu beginnen.
www.dyesol.com/german
Getriebeloses Windrad
1991 stellte die Firma Enercon das getriebelose Windrad vor, in dem der Generator direkt von den Rotorblättern angetrieben wird. Diese Bauweise reduziert Verschleiß und Wartungsaufwand von Windrädern deutlich, hat sich aber noch nicht als Standard durchgesetzt. Weltweit laufen
bis zu 20 Prozent aller Windkraftanlagen getriebelos.
www.enercon.de
SkySails
Das von den Hamburger Ingenieuren Stephan Wrage und Thomas Meyer entwickelte Antriebssystem nutzt die Windkraft für moderne Frachtschiffe. Ein Zugdrachen, der vor dem Schiff fliegt, treibt dieses mit an. Nach verschiedenen Testergebnissen könnte der Treibstoffverbrauch von Frachtern so um bis zu 15 Prozent gesenkt werden. Die meisten Großschiffe lassen sich damit nachrüsten. 2007 wurde die Technologie erstmals kommerziell eingesetzt.
www.skysails.info
Plusenergiehaus
Ein Haus, das mehr Energie produziert als die Bewohner verbrauchen, hat der Freiburger Architekt Rolf Disch entwickelt. Das Plusenergiehaus erreicht die positive Energiebilanz, indem Hausdach und Fassade als Solarkraftwerk genutzt werden. Die Bewohner der hocheffizient gedämmten Gebäude
sparen nicht nur die Nebenkosten, sondern verdienen sogar an ihrer Behausung, weil sie die überschüssige Energie ins Netz einspeisen.
www.plusenergiehaus.de